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TattooPixx Wissen · Studio & Technik

Gun

Keine Pistole.
Eine Maschine.

„Gun“ oder „Tattoo Gun“ ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für die Tätowiermaschine. Hier erfährst du, warum viele Artists das Wort nicht mögen, wie die elektrische Tätowiermaschine entstanden ist und welche Bauarten es heute gibt.

Ca. 4 Minuten · Stand: 01.10.2026

Drei Zeichenblätter mit Bleistiftzeichnungen: eine Spulenmaschine mit zwei Spulen und Rahmen, das zylindrische Motorgehäuse einer Rotationsmaschine und eine stiftförmige Pen-Maschine, jeweils ohne Nadel; daneben ein Bleistift und pinke Blüten.
KI-Illustration · Gezeichnete Ansichten verschiedener Tätowiermaschinen ohne Nadeln. Keine technische Anleitung.

01 / Einfach erklärt

Was bedeutet Tattoo Gun?

„Gun“ ist ein umgangssprachliches Wort für die Tätowiermaschine. Außerhalb der Szene ist es verbreitet. Viele Artists mögen es nicht und sprechen lieber von der Maschine. [1] [2] Denn die Maschine schießt keine Farbe in die Haut: Sie bewegt eine Nadel mit Spulen oder einem Motor auf und ab. [2]

Erfunden auf Basis eines Edison-Stifts

Am 8. Dezember 1891 erhielt Samuel O’Reilly in New York ein US-Patent für eine elektrische Tätowiermaschine. Er baute auf einem elektrischen Stift von Thomas Edison auf, der eigentlich Schablonen stechen sollte. [3] [4] [5] 1904 folgte ein Patent von Charles Wagner für eine Maschine mit elektromagnetischen Spulen. [4]

02 / Genau hinsehen

Drei Fakten zum Begriff

01

Umgangssprache

„Gun“ ist ein Alltagswort und kein Fachbegriff. Ein Tattoo-Magazin nennt es sogar falsch und unbeliebt. [1]

02

Maschine statt Pistole

Das Gerät bewegt eine Nadel sehr schnell auf und ab. Mit Schießen hat das nichts zu tun. [2]

03

Herkunft unklar

Woher das Wort genau kommt, ist nicht belegt. Wir haben dazu keine verlässliche Quelle gefunden.

03 / Anschaulich erklärt

Drei Bauarten auf Papier

Unsere Illustration zeigt drei gezeichnete Tätowiermaschinen. Die Zeichnungen sind vereinfacht, ohne Nadeln und keine Bauanleitung.

Drei Zeichenblätter mit Bleistiftzeichnungen: eine Spulenmaschine mit zwei Spulen und Rahmen, das zylindrische Motorgehäuse einer Rotationsmaschine und eine stiftförmige Pen-Maschine, jeweils ohne Nadel; daneben ein Bleistift und pinke Blüten.
KI-Illustration · Gezeichnete Ansichten verschiedener Tätowiermaschinen ohne Nadeln. Keine technische Anleitung.

Die Spulenmaschine

Elektromagnete ziehen eine gefederte Stange nach unten und bewegen so die Nadel. Typisch ist das summende Geräusch. [2] [6] Mehr unter Coil-Maschine.

Die Rotationsmaschine

In der Mitte ist ein kompaktes Gehäuse mit Motor zu sehen. Der Motor dreht sich, und ein Exzenter macht daraus eine Auf-und-ab-Bewegung. Sie arbeitet leiser und gleichmäßiger. [2] [6]

Die Pen-Maschine

Sie sieht aus wie ein dicker Stift. Kabellose Modelle haben einen eingebauten Akku und oft ein Display. [6]

04 / Begriffe auseinanderhalten

Coil, Rotary und Pen

Coil

Mit Spulen.

Elektromagnete und Federn bewegen die Nadel. Die klassische Bauart. [4] [6]

Rotary

Mit Motor.

Ein Motor treibt die Nadel über einen Exzenter an. Häufig mit Nadelmodulen. [6]

Pen

Stiftform.

Maschine in Stiftform, oft kabellos mit Akku. [6]

Ein Wort mit Wirkung

Du darfst im Studio natürlich „Gun“ sagen. Viele Artists hören aber lieber „Maschine“, weil das Wort ihr Handwerk ernster nimmt. [2] Wichtiger als der Name ist, dass Nadeln und Module steril und nur für dich verwendet werden. Mehr dazu unter Einweg-Nadeln.

05 / Gut vorbereitet ins Studio

Diese Fragen helfen dir weiter.

  • Mit welcher Maschine arbeitest du, und warum?

  • Nutzt du für Linien und Schattierungen unterschiedliche Maschinen?

  • Werden Nadeln oder Module vor meinen Augen frisch geöffnet?

  • Wie wird die Maschine zwischen zwei Terminen gereinigt und abgedeckt?

  • Ist die Maschine laut, und kann ich sie vorher einmal hören?

Du musst keine Technik kennen, um ein gutes Studio zu finden. Frag aber ruhig nach, wie gearbeitet wird.

06 / Häufige Fragen

Noch etwas unklar?

Ist „Gun“ eine Beleidigung?

Nein. Das Wort ist aber unbeliebt, weil es nach Waffe klingt und das Handwerk verkürzt. [1] [2]

Wer hat die Tätowiermaschine erfunden?

Samuel O’Reilly erhielt 1891 das erste US-Patent für eine elektrische Tätowiermaschine. Grundlage war ein elektrischer Stift von Thomas Edison. [3] [4] [5]

Welche Maschine ist die beste?

Das lässt sich nicht allgemein sagen. Spulen-, Rotations- und Pen-Maschinen haben unterschiedliche Eigenschaften. [2] [6] Entscheidend ist, dass der Artist sein Werkzeug beherrscht.

Was wird nach jedem Kunden gewechselt?

Alles, was mit Haut und Blut in Kontakt kommt, muss steril und einmalig sein. Mehr dazu unter Einweg-Nadeln und Autoklav.

Nachlesen & einordnen

Quellen und Bildhinweise

Die Angaben stützen sich auf ein Museum, eine Patentschrift, ein Tattoo-Magazin sowie Händler- und Herstellerbeschreibungen. Eine belegte Herkunft des Wortes „Gun“ haben wir nicht gefunden.

[1] Inked Magazine: Tattoo Lingo – Decoding the Language of Ink ↗

Tattoo-Magazin: „Tattoo Gun“ als unbeliebter Begriff für die Maschine.

[2] Painful Pleasures: Tattoo Gun vs. Tattoo Machine ↗

Händlerbeitrag zu Begriff, Funktionsweise und Bauarten.

[3] Smithsonian: A Revolution in Tattooing ↗

Museum zum Patent von Samuel O’Reilly und zur Grundlage von Edison.

[4] Smithsonian Lemelson Center: What’s Edison Got to Do with Tattoos? ↗

Museum zu Edisons elektrischem Stift, O’Reilly und dem Spulenpatent von 1904.

[5] Google Patents: US464801A Tattooing-Machine ↗

Patentschrift von Samuel O’Reilly, erteilt am 8. Dezember 1891.

Die Illustration wurde mit KI für TattooPixx erstellt. Vereinfachte Zeichnungen von Tätowiermaschinen ohne Nadeln; keine Bauanleitung.

Redaktion: TattooPixx · Quellen gesichtet am 01.10.2026

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